Filter
Original-Ersatzfilter oder günstige Plagiate?
Luftfilter sind wesentliche Elemente raumlufttechnischer Anlagen und sorgen für eine hohe Innenraumluftqualität sowie für die Anlagenhygiene. Nachgeahmte Filter sind zwar häufig günstiger, entsprechen jedoch in keiner Weise dem Original. Der Preis von Originalfiltern basiert auf entscheidenden Faktoren, die billige Nachahmungen nicht erfüllen können.
Zulassungen und Sicherheit
Die im Gerät verwendeten Filter müssen vom DIBt (Deutschen Institut für Bautechnik) hinsichtlich Brandschutz und Hygiene zugelassen sein. Für die Zulassung müssen Filter die Baustoffklasse B2 erfüllen und einen Brandtest nach DIN 4102-1 bestehen. Zusätzlich ist nachzuweisen, dass sämtliche verwendeten Materialien (Filtervlies, Rahmen, Dicht- und Klebstoffe) frei von gesundheitsschädlichen Substanzen sind. Die Gerätezulassung ist unmittelbar an die Originalfilter gekoppelt: Wird ein anderer Filter eingesetzt, verliert das Gerät seine bauaufsichtliche Zulassung.
Gerätintegration und Performance
Unsere Filter sind individuell auf jedes Gerät abgestimmt, insbesondere im Hinblick auf Druckverlust und Luftmenge. Die Filterfläche wird optimal an das verwendete Material angepasst. Der richtige Druckverlust auf beiden Luftwegen ist essenziell für die interne Leckage (Druckdifferenzen) und das Luftmengenverhältnis (Balance zwischen Zu- und Abluft). Gerätekennlinien sowie die Ventilatoren-Steuerung für die Luftmengenregelung wurden in umfangreichen Labortests ermittelt und bilden die Basis für Kataloge, Auslegungstools und Softwaresteuerung. Fremdfilter mit abweichenden Eigenschaften verändern das Gerätverhalten und die Luftleistung definitiv. Ein Plagiat mit identischen Eigenschaften zu finden, gleicht einem Sechser im Lotto.
Energieeffizienz und Betriebskosten
Falsche Filter können durch abweichendes Material oder geringere Filterfläche einen höheren Druckverlust verursachen. Dies führt zu erhöhtem Stromverbrauch, da der Ventilator mehr leisten muss, um die gleiche Luftmenge zu transportieren.
Qualitätsnachweis und Kontrolle
Gerätehersteller müssen die Filterklassen nachweisen und dokumentieren. Diese Nachweise werden von der Marktaufsicht überprüft, weshalb eine konsequente Kontrolle der Lieferanten erforderlich ist, um gleichbleibend sichere und hochwertige Filter zu gewährleisten.
Abdichtung und Hygiene
Feinfilter müssen zum Gerätegehäuse hin wirksam abgedichtet sein, damit keine ungefilterte Luft am Filter vorbeiströmen kann. Je höher die Filterklasse, desto besser muss die Dichtung sein. Das Originalfilter verfügt über die perfekt abgestimmte Dichtung für Ihr Gerät!
Luftfilter sind wesentliche Elemente in Raumlufttechnischen Anlagen zur Sicherstellung einer guten Innenraumluftqualität und der Anlagenhygiene. Seit dem 01.07.2018 sind die Prüfnormen und die Qualifizierungen von Luftfiltern von der EN 779 auf die ISO 16890 umgestellt. Die neue ISO 16890 bewertet, anders als die EN 779, die Wirksamkeit von Luftfiltern gegenüber den verschiedenen Feinstaub-Fraktionen PM1, PM2.5, PM10 und Coarse (Feinstaub bis 1μm, bis 2.5 μm, bis 10 μm und Grobstaub). Diese PM (Particulate
Matter) Feinstaubwerte werden analog auch in der Bewertung der Außenluft-Qualität verwendet. Es kann also ein Filter, passend zur vorhandenen Außenluftqualität gewählt werden.
Die Filterklassengruppen ISO ePM1, ISO ePM2,5, ISO ePM10 sowie Grobstaub mit ISO coarse ersetzten damit die bisherigen Filterklassen G1 bis F9. Betreiber und Planer von Raumlufttechnischen Anlagen können mit der neuen Prüfnorm und deren Klassifizierungssystem wesentlich einfacher als mit der EN 779:2012 bedarfsgerechte Filterlösungen auswählen. Im neuen Prüfungs- und Klassifizierungsverfahren wird das Abscheideverhalten hinsichtlich aller in der Außenluft vorkommenden Partikelgrößen zwischen 0,3 und 10 µm ermittelt, statt wie bisher ausschließlich mit Partikel der Größe 0,4µm. Damit orientiert sich die Norm stärker an den realen Einsatzbedingungen.
Bei der Auswahl von Filtern in Bezug auf die gewünschte Luftqualität ist die neue Gruppeneinteilung deutlich anwenderfreundlicher. Es gibt vier Filtergruppen für die eine Ausweispflicht mit der prozentualen Abscheideleistung des Filters im zugehörigen Spektrum gegeben ist.
Beispiel: Die Klasse ISO ePM1 75% weist eine Abscheideeffizienz (e) gegenüber Partikeln ≤ 1 µm von min. 75% auf. Filter deren Abscheideleistung geringer als 50% bei PM10 ist, werden den Grobstaubfiltern ISO coarse zugewiesen.
Klasse | Effizienzbereich | Beispielpartikel / Feinstaub |
ISO ePM1 | ePM1,min >= 50% | Viren, Bakterien, Nanopartikel, Ruß (v. fossilen Brenstoffen), Seesalz, Ölnebel |
ISO ePM2,5 | ePM2.5,min >= 50% | Bakterien, Pilz- & Schimmelsporen, Pollen, Tonerstaub |
ISO ePM10 | ePM10 >= 50% | Pollen, Gesteinsstaub, Stäube v. Feldbewirtschaftung |
ISO Coarse | ePM10 <50% | Sand, Flusen, Flugsämlinge, Haare etc. |
Über die Atemluft nimmt der menschliche Körper eine Vielzahl von Partikeln und Stäube auf. Insbesondere kleine Partikelfraktionen stellen in der Anzahl die Mehrheit dieser Partikel und können über die Alveolen bis in das Blut sowie Organe gelangen. Filter im Geltungsbereich der ISO 16890 reduzieren die Partikelmengen im Bereich >0,3 µm um bis zu >90%.
Sehr viele Richtlinien, Normen und Verordnungen nehmen Bezug auf die Filterklassifizierung der EN 779 und werden in den nächsten Jahren wohl nur sukzessive umgestellt werden können. Deshalb stellt sich zunehmend die Frage einer Vergleichbarkeit, wenn Luftfilter mit neuer Klassifizierung zum Einsatz kommen.
Eine einfache begründete Übersetzung von alten auf neue Klassen scheitert wegen der unterschiedlichen Bewertungsmethodik. Eine korrekte Überführung muss zukünftig in der jeweiligen Anwendungsnorm für die Filter erfolgen.
Orientierungshilfe zum Vergleich der Filterklassen alt und neu:
EN 779: 2012 | ePM 1 | ePM 2,5 | ePM 10 |
M5 | 5% - 35% | 10% - 45% | 40% - 70% |
M6 | 10% - 40% | 20% - 50% | 60% - 80% |
F7 | 40% - 65% | 65% - 75% | 80% - 90% |
F8 | 65% - 90% | 75% - 95% | 90% - >95% |
F9 | 80% - 90% | 85% - 95% | 90% - >95% |